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Abando

Die ältesten Bewohner wissen, das Abando (oder San Vicente de Abando), bevor er zum Distrikt Nr. 6 der Stadt Bilbao wurde, eine sogenannte anteiglesia (eine Gemeinde, die sich um eine Kirche herum ansiedelte) oder unabhängige Gemeinde der Provinz Bizkaia war, und dass diese lediglich aufgrund der Ausdehnung Bilbaos Ende des 19. Jh. im Zuge des schwindelerregenden industriellen Aufschwungs endgültig annektiert wurde. Mit einer Einwohnerzahl von rund 50.000 Menschen, die sich über die beiden Stadtviertel Abando und Indauchu verteilen, war dieser Teil der Stadt ehemals der natürliche Standort vieler Industrien, die vorwiegend mit der Eisen- und Stahlproduktion verbunden waren. Der Niedergang der industriellen Expansion dieser Region Ende der siebziger Jahre hatte einen Verfall zur Folge, dem mit dem Projekt Bilbao Ría 2000 Einhalt geboten wurde und im Rahmen dessen sich die heruntergekommenen Zonen in einen auf Tourismus und Serviceleistungen ausgerichteten Distrikt verwandelt hat, mit dem Guggenheim-Museum als Aushängeschild.

Die Gran Vía Don Diego López de Haro — benannt nach dem Gründer Bilbaos, der 1300 dem Gebiet Besiedlungsrecht erteilte — ist ein breiter Boulevard, der den Distrikt Abando von einem Ende zum anderen durchquert und somit die Trennungslinie der beiden bereits erwähnten Stadtviertel darstellt. Am Anfang dieser Allee, die von vielen aufgrund ihrer vielen Mode- und Accessoiregeschäften auch Goldene Meile genannt wird, befindet sich die Grünanlage Jardines de Albia, das traditionelle Zentrum von Abando, da sich hier einst der Hauptplatz der ursprünglichen anteiglesia (Kirchengemeinde) befand. Und hier ist es, wo es sich anbietet, auf einer virtuellen Reise durch den Distrikt Abando Schritt für Schritt an seinen so unterschiedlichen architektonischen Sehenswürdigkeiten zu erkennen, wie seine industrielle Vergangenheit in Harmonie mit einer kosmopolitischen Gegenwart einher lebt.

Die Plaza de Federico Moyua (oder im Volksmund wegen der Form dieses Platzes auch Plaza Elíptica genannt) ist der erste obligatorische Stopp, und zwar nicht nur wegen seiner wunderschönen Blumenbeete im englischen und französischen Stil und seinem emblematischen Brunnen, sondern vor allem, weil er das Herz dieses Distrikts ist. Im Westen erwartet uns der Palacio Euskalduna, ein Kongresszentrum, das ebenso wie sein Nachbar, das Schifffahrtsmuseum, Erbe der ehemaligen Werfteinrichtungen ist, und der die Verlängerung der intensiven Theatheraktivität darstellt, die traditionell im Teatro Arriaga veranstaltet wird. Im Süden, im Herzen des Stadtviertels Indauchu befindet sich die Alhóndiga de Bilbao, in Backstein und Stahlbeton gekleidet, dem typischen „Outfit“ der ehemaligen Wein- und Likörfabrik, bevor sie zu einem riesigen Kultur-, Sport- und Freizeitzentrum wurde.

Fast in gerader Linie gen Norden der Plaza Moyua liegt das Guggenheim-Museum, einer der zwölf Schätze Spaniens, das zwischen 1993 und 1997 im Rahmen des bereits erwähnten Projekts Bilbao Ría 2000 errichtet wurde. Tausende von hauchdünnen Titaniumplatten, Kalkstein und Glas, die sich je nach Lichtverhältnisse und Klima farblich verändern, sind eine wahre Augenweide für jeden Betrachter, aber vor allem für die Touristen. Dieses polychrome Spektakel begleitet uns auf unserem Paseo de Abandolbarra, auch Paseo de la Memoria (Weg der Erinnerung) genannt, ein Spazierweg, der als eine Art Garten-Museum durch die alten Reedereibereiche der Stadt führt. Das Museo de Bellas Artes de Bilbao (Museum der Schönen Künste von Bilbao) erhebt sich zwischen Palmen und Linden am Rande unseres Spaziergangs, und der Parque Doña Casilda erwartet uns am Ende desselben.

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