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Ibaiondo

Der Distrikt Ibaiondo, durch den sich der Nervión-Fluss kurz vor der Mündung schlängelt, birgt in seinem Innern das Originalstraßennetz, in dem die Stadt Bilbao vor über siebenhundert Jahren geboren wurde: die sogenannten Siete Calles (Sieben Straßen, auf Baskisch: Zazpi Kaleak). Mit über 60.000 Einwohnern, die auf seine zehn Stadtviertel verteilt sind, präsentiert sich der sogenannte 5. Distrikt heute dem Besucher wie ein wahres Kaleidoskop der Kulturen und Lebensstile im stetigen Wandel. Das Altstadtviertel Casco Viejo, in dem die ältesten Gebäude der Hauptstadt Bizkaias stehen, unter anderem die Basilika-Kathedrale Santiago und die Kirche San Antón, verschmilzt auf malerische Weise mit der lässigen Facette des umgestalteten Viertels Bilbao la Vieja oder mit dem neuen Viertel Miribilla, das 2001 auf dem Rücken des gleichnamigen Hügels eingeweiht wurde und dessen verlassene Minen noch heute an die Bergbauvergangenheit dieser Region erinnern.

Am Südostzipfel der Gemeinde gelegen, grenzt Ibaiondo im Osten an den Distrikt Begoña, im Norden an Uribarri und im Westen an Abando und Rekalde. Noch heute ist Ibaiondo in zwei deutlich differenzierte Gebiete unterteilt. Schon seit seinem Ursprung waren zwei Bevölkerungszentren völlig unterschiedlichen Charakters durch die Flussmündung von Bilbao (Ría de Bilbao) voneinander getrennt. Links des Ufers befand sich früher ein Bergwerkgebiet, in dem in den Eisenhütten Roheisen verarbeitet wurde. Heutzutage liegen hier die Stadtteile Zabala, San Francisco, San Adrián, Bilbao la Vieja, La Peña und Miribilla. Rechts des Ufers treffen wir auf die Spuren der kaufmännischen und hafenbetrieblichen Vergangenheit der Stadt — ehemals dem Umschlagplatz zwischen Kastilien und den nördlichen Ländern —, und wo heute die übrigen Stadtviertel Ibaiondos liegen: Casco Viejo (Altstadt), Iturralde, Solokoetxe und Atxuri.

Mit Ausgangspunkt in den Grünanlagen der Jardines del Arenal, Tor zur Altstadt (Casco Viejo), können wir einen kurzen Spaziergang durch die Vergangenheit machen und uns dazu einigen kulturellen Sehenswürdigkeiten nähern, wie dem Baskischen Museum, an der Grenze zum Viertel Iturralde; oder Perlen der Architektur wie der bereits erwähnten Kathedrale Santiago, die zwischen Ende des 14. und Anfang des 15. Jahrhunderts zu Ehren des Stadtpatrons von Bilbao errichtet wurde und Durchgangsort für die Pilgerer des Jakobsweges entlang der Küste ist.

Über die Calle Somera, eine der sieben Straßen — Siete Calles —, die wir anfangs erwähnt haben, gelangen wir zu den Ursprüngen Bilbaos: Eine weitgehend kommerzielle Fußgängerzone, die 1972 zum kunsthistorischen Ensemble erklärt wurde. Sie mündet im rechten Winkel am Flussufer, genauer gesagt dort, wo die San-Antón-Kirche steht, die im 14. Jh. auf den Ruinen der alten Festung der Stadt im gotischen Stil errichtet worden war. An diesem Punkt erblicken wir den Mercado de la Ribera, der im Guinnessbuch der Rekorde als umfassendste Markthalle der Welt aufgeführt ist; aber auch die Estación de Atxuri, ein 1883 im baskischen regionalistischen Stil erbauter Bahnhof, der das Tor zum gleichnamigen Stadtviertel darstellt. Die San-Antón-Brücke überquert die Ría und führt uns in einen Teil, der unter dem Namen Bilbao la Vieja bekannt ist und traditionell aus den Stadtvierteln Zabala, San Francisco und Bilbao la Vieja bestand. Dieser Stadtteil wird von einigen als bilbainisches Soho bezeichnet und ist ein wahrer Schmelztiegel der Kulturen; seine mit beeindruckenden Graffitis bemalten Gebäude beherbergen so bunt gemischte Angebote wie das BilboRock (ehemaliges religiöses Bauwerk, das zu einem Livemusikschuppen umfunktioniert worden ist), das Museum Künstlerischer Reproduktionen oder Der Second-Hand-Markt 2. Mai, der jeden ersten Samstag im Monat auf der Straße stattfindet.

Das kürzlich ganz neu entstandene Stadtviertel Miribilla, hinter Bilbao la Vieja, öffnet sich den übrigen Stadtvierteln Ibaiondos wie San Adrián oder La Peña, die eher Randgebiete sind und durch ihre Lage am Fuße des Pagasarri-Ganekogorta-Berges und somit durch die Nähe zu den Bergwerken einen stark industriellen Charakter haben. Diese Minen wurden bis zu ihrer Schließung in den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts von den Bewohnern dieser Viertel abgebaut.

In knapp eineinhalb Stunden können die Stadtviertel erlaufen werden. Wir empfehlen Ihnen jedoch diesem Besuch einen ganzen Nachmittag zu widmen, um in verschiedenen Tavernen und Restaurants einzukehren und in das exquisite gastronomische Angebot dieses Distrikts einzutauchen. Die Licorería Hernani (Hernani, 8) wurde 1943 eröffnet, oder El Perro chico (Calle Arechaga, 2), in dem seit über 120 Jahren Traditionsküche serviert wird, und das ein Konstrastprogramm zu der innovativen Küche des Berebar (San Francisco, 65) oder der Nikkei-Fusionsküche im Dando la brasa (Calle Arechaga, 7) darstellt.  

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