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Ein Wochenende in Bilbao: Pintxos, Nervión und ...

Ein Wochenende in Bilbao: Pintxos, Nervión und Guggenheim

Bilbao ist eine lebendige Stadt mit vielen verschiedenen Freizeitmöglichkeiten. Ihr Vorteil: sie ist irgendwie anders, als man sich eine „typisch spanische“ Stadt vorstellt, denn sie liegt im Norden des Landes an der Flussmündung des Ria del Nervión und ist von sattgrünen Bergen umgeben. Damit erfüllt sie nicht die hinlänglich bekannten Spanien-Klischees, sondern hält stattdessen verschiedene Überraschungen für ihre Besucher parat.

Weltberühmtes Museum am Nervión

Kunstliebhaber kennen Bilbao vor allem aufgrund des weltbekannten Guggenheim-Museums, das vom kanadischen Stardesigner und Architekten Frank O. Gehry 1997 fertiggestellt wurde. Damit kam Bilbao, das zuvor eine industrielle Hafenstadt mit nur sehr spärlichem Tourismusaufkommen war, plötzlich internationale Beachtung zu. Das futuristische Gebäude zeigt auf einer Fläche von 11.000 Quadratmetern moderne Kunst in verschiedenen Ausstellungen.

Doch das wirklich Beeindruckendste ist wohl seine Architektur und der darin zum Ausdruck kommende dekonstruktivistische Baustil. Gehry selbst soll es als „gestrandetes Schiff im Nervión“ bezeichnet haben, was auf Bilbaos Vergangenheit als einst sehr wichtige Handelsstadt verweist. 2001 wurde der titanverkleidete Museumskomplex mit dem „Outstanding Structure Award“ ausgezeichnet und begann nach und nach den Begriff „Bilbao-Effekt“ (als Synonym für die wirtschaftliche Aufwertung von Orten durch spektakuläre Bauten) zu prägen.

Wer Zeit und Lust auf Kunst hat, kann sich hier an sechs Tagen der Woche Malereien, Skulpturen, Videokunst sowie diverse Installationen ansehen. Doch auch ein Spaziergang rund um das Museum lohnt sich – die Skulpturen vor dem Gebäude sind beeindruckend und sicher auch für all jene ein Genuss, die normalerweise nicht so viel für Kunst übrig haben.

Baskische Tapas-Variante in der Altstadt

Aber Bilbao hat noch viel mehr, als „nur“ das Guggenheim Museum zu bieten, ist es doch kulturelles und gleichzeitig politisches Zentrum des Baskenlands. Die ganze Bedeutung der Stadt zeigt sich im historischen Viertel rund um die sogenannten „sieben Straßen“ (Las Siete Calles) zwischen der gotischen Kathedrale von Santiago und dem Ufer des Nervión. Dort finden sich Modeboutiquen, Tapas-Lokale und sonnige Cafés.

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Die Plaza Nueva ist zum Beispiel ein hübscher Platz, der von Gebäuden aus dem 19. Jahrhundert umringt ist und zu einer kurzen Rast einlädt. Hier findet man auch viele kleine Läden, die Souvenirs aus der Region anbieten. Wer sich über die Speisekarten wundert: Im Baskenland isst man keine Tapas im herkömmlichen Sinne – sondern „pintxos“, die eher kulinarischen Kunstwerken auf Cocktail-Spießchen gleichen (das Wort pintxo kommt vom Verb pinchar = aufspießen). Viele Läden bieten extra für Touristen Probierteller mit lauter unterschiedlichen pintxos an. Am besten trinkt man dazu ein Glas Txakoli, den typischen Weißwein des Baskenlands.

Ausblick auf Bilbao

Weil Bilbao recht hügelig ist, braucht man für eine schöne Aussicht auf die Stadt nicht lang zu suchen. Eine Idee ist es, einfach vom Platz hinter der Iglesia de San Nicolás den Fahrstuhl in die Oberstadt zu nehmen. Von hier aus hast du einen atemberaubenden Blick auf die mittelalterliche Altstadt vor dem hügeligen Hinterland. Wer mag, nimmt die „Artxanda Funicular“ (eine alte Standseilbahn), die sich quietschend ihren Weg zum Mirador de Artxanda hinaufbahnt. Bei gutem Wetter ist die Aussicht von hier aus noch besser (und die Fahrt kostet nur 1 Euro)!

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Etwas unterhalb des kleines Berges liegt übrigens das erst kürzlich renovierte 4-Sterne-Hotel Barceló Bilbao Nervión. Besonders cool: Im hoteleigenen Ausstellungsraum finden regelmäßig Veranstaltungen mit Fokus auf zeitgenössischer Kunst statt. Außerdem erwarten die Gäste 350 Zimmer, die mit Designermöbeln, stylischen Panoramafenstern, komfortablen Betten sowie großzügigen Regenduschen ausgestattet sind – plus eine wirklich leckere traditionelle baskische Küche, für all jene, die abends auch mal in der eigenen Unterkunft dinieren wollen.

Romantische Eleganz am Flussufer

Außerdem liegt das Barceló Bilbao Nervión direkt am Fluss (wie der Name schon verrät) und damit in unmittelbarer Nähe zur Altstadt und weiteren Sehenswürdigkeiten. Hier findet man auch noch Relikte aus der Belle Époque: etwa das Teatro Arriaga, das nur zehn Fußminuten vom Hotel entfernt liegt, aus 1890 stammt und der Pariser Oper nachempfunden ist; oder genau auf der gegenüberliegenden Flussseite die Estación de la Concordia. Letztere ist aus dem Jahr 1902 und zählt mit all den farbenfrohen Keramikkacheln wohl zu den romantischsten Bahnhöfen Welt!

sehenswürdigkeiten in bilbao

Im südöstlichen Teil der Altstadt und ebenfalls am Fluss gelegen liegt schließlich die mit bunten Glasfenstern ausgestattete Markthalle aus 1929 (Mercado de la Ribera). An allen Tagen bis auf Sonntag bekommt man hier zwischen 8 und 14 Uhr allerlei fangfrischen Fisch sowie Gemüse, Fleisch und Obst aus der näheren Umgebung. Und wer genau hinsieht, erblickt in den Fenstern vielleicht sogar die zwei Wölfe, die das Wahrzeichen der Stadt Bilbao ausmachen!