Der Nationalpark Timanfaya: Besuch auf einem anderen Planeten
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Der Nationalpark Timanfaya: eine überwältigende Vulkanlandschaft auf Lanzarote

Lanzarote ist anders. Das ist nicht nur ein Slogan. Die Vulkaninsel, die zu drei Vierteln mit Lava bedeckt ist, bietet mit ihrer kargen, schroffen, in allen Rot-und Ockertönen gefärbten Landschaft wie kaum ein anderer Ort die Illusion, sich auf einem anderen Planeten zu befinden. Der Nationalpark Timanfaya, der bei den heftigen und verheerenden Vulkanausbrüchen des Timanfaya zwischen 1730 und 1736 entstanden ist, verkörpert wie kein anderer diesen unwirklichen und erhabenen Charakter der Insel. Auf Fotos ist das kaum rüberzubringen – das muss man gesehen und vor allem gespürt haben. Denn noch heute brodelt es unter der Oberfläche des Nationalparks, wovon die eindrucksvollen Wasserfontänen zeugen, die man dort zu sehen bekommt. Bei einem Urlaub auf Lanzarote ist ein Besuch im Timanfaya Nationalpark also ein echtes Muss. Das musst du hierfür wissen.

Der Ausgangspunkt: Das Timanfaya Besucherzentrum

Das Besucherzentrum Timanfaya in Mancha Blanca ist ein guter Ausgangspunkt für den Besuch im Nationalpark Timanfaya. Hier befindet sich eine interessante Ausstellung mit allgemeinen Informationen über den Park in verschiedenen Sprachen. Es handelt sich jedoch nicht um den eigentlichen Eingang zum Nationalpark Timanfaya. Das kann manchmal ein bisschen verwirrend sein, denn ein zweites Besucherzentrum befindet sich im Taro de entrada (Landstraße LZ-67) zwischen Tinajo und Yaiza. Dies ist der Ort, von dem aus die verschiedenen Routen in die Feuerberge (Montañas de Fuego) starten. Die Touren durch den Nationalpark können jedoch im Besucherzentrum in Mancha Blanca gebucht werden.

Durch den Nationalpark Timanfaya führen verschiedene Touren.

Die Timanfaya Tour

Man kann den Timanfaya Nationalpark mit dem Auto erreichen. Das sollte man sogar, denn mit öffentlichen Verkehrsmitteln gelangt man nur bis Tinajo oder Yaiza. Von dort aus müsste man sowieso ein Taxi nehmen. Am Eingang angekommen, muss man das Auto jedoch abstellen, da man den Nationalpark Timanfaya nur mit Führung besuchen kann (s. u.). Am beliebtesten ist hierfür die Timanfaya Bus-Tour, die etwa 40 Minuten dauert und durch das Kerngebiet des Parkes führt. Wem das zu touristisch klingt, der sollte bedenken, dass man auf dieser Fahrt sagenhafte Ausblicke geboten bekommt, für die es eigentlich egal ist, ob man im Bus oder im eigenen Mietwagen sitzt. Bei der Rückkehr bekommt man dann noch eine Demonstration der großen Hitze unter der Erdoberfläche zu sehen, wofür Wasser in einen etwa 6 m tiefen Tunnel gegossen und in einer gewaltigen Dampffontäne in die Luft geschossen wird. Wenn man den direkten Kontakt zur Erde bevorzugt und gut zu Fuß ist, kann man alternativ auch eine Timanfaya-Wanderung buchen.

Kann man den Timanfaya Nationalpark auf eigene Faust besuchen?

Im Gegensatz zu anderen Nationalparks der Kanarischen Inseln, wie etwa dem Teide Nationalpark, ist es nicht möglich, den Timanfaya Nationalpark auf eigene Faust zu besuchen. Es muss immer eine Tour gebucht werden, sei es eine Bustour, eine Wandertour oder auch eine Dromedar-Tour. Dies gilt für das Kerngebiet des Nationalparks, jedoch nicht für die Randgebiete, die ebenfalls spektakuläre Vulkanlandschaften zu bieten haben, obwohl sie „nur“ die Kategorie eines Naturparks besitzen. So kann man ohne Weiteres die Umgebung des Timanfaya mit Mietwagen, zu Fuß oder mit dem Fahrrad erkunden. Eine besonders schöne Wanderung führt zum Beispiel vom Dorf Mancha Blanca aus (wo sich das Besucherzentrum befindet) zum erloschenen Vulkan Caldera Blanca. Dessen beeindruckenden Krater von 1.200 m Durchmesser kann man vollständig umrunden und dabei den Ausblick aufs Meer genießen. Wenn man hingegen direkt im Nationalpark Timanfaya wandern möchte, muss man für die meisten Wanderrouten eine Führung buchen. Die einzige Ausnahme ist der so genannte Küstenwanderweg (Ruta larga del litoral), für den man ein bisschen Kondition mitbringen muss und den man auch ohne Führung machen darf.

Durch den Nationalpark Timanfaya kann man geführte Wandertouren machen.

Restaurant „El Diablo“: der Timanfaya-Grill

Wenn du dich nach der Tour durch den Nationalpark Timanfaya stärken möchtest, erwartet dich ein wahrhaft außergewöhnliches Restaurant: „El Diablo“, das vom berühmten lanzarotenischen Künstler César Manrique in Zusammenarbeit mit Eduardo Cáceres entworfen und 1969 eröffnet wurde. Hier wird die Hitze des Erdinneren zur Zubereitung der Speisen verwendet, ohne dass dabei künstliche Hitzequellen zum Einsatz kommen. Der Grill befindet sich über der Öffnung eines Lavatunnels und man kann bei der Zubereitung zusehen, auch wenn man kein Gast des Restaurants ist. Dieser so genannte Vulkan-Grill oder Timanfaya-Grill zeugt genau wie die Wasserfontänen von der gewaltigen Kraft, die sich an diesem besonderen Ort der Erde unter der Erdoberfläche verbirgt. Der beliebte Timanfaya-Teufel, der als Wahrzeichen des Timanfaya gilt und in vielen Souvenirshops verkauft wird, ist ursprünglich von César Manrique als Logo für dieses Restaurant entworfen worden.

Allgemeine Informationen über den Nationalpark Timanfaya

Der Nationalpark Timanfaya ist einer der gleich vier Nationalparks, die die Kanarischen Inseln ihr eigenen nennen dürfen. Er wurde im Jahre 1974 als dritter der Kanaren und achter in Spanien zum Nationalpark erklärt. Es handelt sich um den einzigen Nationalpark in Spanien, der der rein aufgrund seiner geologischen Merkmale geschützt wird. Entstanden ist er bei den verheerenden Vulkanausbrüchen zwischen 1730 und 1736 sowie in 1824. Für die damalige Bevölkerung der Insel waren diese Ausbrüche eine wahre Katastrophe, da das ehemals fruchtbare Land vollständig mit Lava bedeckt wurde. Viele Menschen verloren ihren Lebensunterhalt und mussten emigrieren. Später haben die Lanzaroteños gelernt, die scheinbar tote Erde fruchtbar zu machen und den kargen Lavaböden die verschiedensten Früchte abzutrotzen. Selbst Weinbau wird auf Lanzarote auf den schwarzen Ascheböden betrieben. So hat man gelernt, mit den Vulkanen zu leben und ihre Kraft sogar für sich zu nutzen. Natürlich ist das Nationalparkgebiet hiervon ausgenommen. Es wird so wie es ist als beeindruckendes Denkmal dafür erhalten, wie gewaltig die Urkräfte der Natur sein können.