Kolumbus und die Entdeckung Amerikas: Zeitreise zu historischen Orten

Wo startete Kolumbus seine Reise? Wo ist er angekommen? Und wo können wir auf seinen Spuren wandeln? Lass die Entdeckung Amerikas auf einer Reise für dich lebendig werden

Die Entdeckung Amerikas: Kolumbus-Denkmal in Huelva, dem Ausgangspunkt der Entdeckungsreise
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Die Entdeckung Amerikas ist – mit all ihren Licht- und Schattenseiten – eines der wichtigsten Ereignisse der modernen Menschheitsgeschichte gewesen. Sie hatte folgenschwere Auswirkungen sowohl jenseits als auch diesseits des Atlantiks und war der erste Kontakt zwischen zwei Welten, die bislang nichts voneinander gewusst hatten. Jene Orte zu erkunden, an denen sie vorbereitet und ausgeführt wurde und an denen ihre Protagonisten – allen voran Christoph Kolumbus – verweilt haben, kann ein spannendes Reiseerlebnis sein, sowohl diesseits als auch jenseits des Atlantischen Ozean. Denn die Geschichte wird immer ein bisschen lebendiger für uns, wenn wir dir Orte besuchen, an denen sie stattgefunden hat. Hier stellen wir dir die wichtigsten Orte vor, an denen man Kolumbus‘ Reisen nachvollziehen kann, von Andalusien über die Kanarischen Inseln bis in die Karibik.

Kolumbus-Statue in San Sebastián de La Gomera, Zwischenstopp auf der Entdeckung Amerikas

Kolumbus-Denkmal in San Sebastián de La Gomera

Christoph Kolumbus‘ Reiseroute

Um auf Kolumbus‘ Spuren zu wandeln, muss man natürlich seine Reiseroute kennen. Diese ist glücklicherweise gut belegt, nicht zuletzt dank der Abschrift von Kolumbus‘ Tagebuch durch Fray Bartolomé de las Casas. Der Admiral legte am 3. August 1492 in Palos de la Frontera (Huelva, Spanien) ab und steuerte zunächst die Kanareninsel La Gomera an, um Reparaturen an einem seiner Schiffe vorzunehmen und sich mit Proviant zu versorgen. Am 6. September brach er dann in Richtung Westen auf und erreichte nach über einem Monat Fahrt die Bahamas, von wo aus er mehrere Inseln der Karibik entdeckte, worunter Kiskeya (heute Haiti und Dominikanische Republik) und Kuba.

An all diesen Orten finden wir noch heute historische Stätten und Denkmäler, die an die Entdeckung Amerikas erinnern, ebenso wie Stätten, die den Urvölkern der Karibik gedenken, von denen viele der auf die Entdeckung folgenden Eroberung zum Opfer gefallen sind. Bekannt ist etwa das Denkmal in Bariay, dem Ort, an dem Kolumbus zum ersten Mal in Kuba an Land ging, das Elemente der europäischen und der ur-karibischen Kultur miteinander vereint.

Die Entdeckung Amerikas: Denkmal in Bariay, dem Ort, wo Kolumbus als erstes in Kuba an Land ging

Denkmal der zwei Kulturen in Bariay, Kuba

Palos de la Frontera: hier begann Kolumbus’ erste Reise

Im kleinen Fischerdorf Palos de la Frontera, in dem Christoph Kolumbus‘ erste Reise begann, gibt es selbstverständlich eine Route zu den bedeutendsten Kolumbus-Stätten, die gleichzeitig die Haupttouristenattraktion des Ortes sind. Am bekanntesten ist wohl die Muelle de las Carabelas (Mole der Karavellen), an der die Nachbildungen der Schiffe der ersten Entdeckungsreise liegen, die zum 500. Jubiläum der Entdeckung Amerikas erbaut wurden.

Von den originalen Schiffen sind keine Reste erhalten oder zumindest hat man sie bisher nicht finden können, aber die Nachbildungen sind hervorragend gearbeitet und verleihen einen Eindruck davon, auf welch winzigen Schiffen die Entdeckung Amerikas stattgefunden hat. Man fragt sich unwillkürlich: Auf diesen Nussschalen haben sie damals wirklich den Atlantik überquert? Wenn man Urlaub in der Provinz Huelva macht, lohnt sich ein Tagesausflug nach Palos de la Frontera auf alle Fälle.

Replik eines der Schiffe von Kolumbus in Palos de la Frontera, wo die Entdeckung Amerikas begann

Eines der Schiffe an der Mole der Karavellen

La Gomera: der eigentliche Ausgangspunt von Kolumbus‘ Entdeckungsreise

Die Entdeckung Amerikas geschah zu einem Zeitpunkt, als die Kanarischen Inseln bereits entdeckt und kolonisiert worden waren. So lag es nahe, hier einen Zwischenstopp auf dem Weg nach Westen einzulegen. Die Wahl fiel auf La Gomera, aufgrund ihres sicheren Hafens und der guten Beziehungen von Kolumbus zur Herrin der Insel, Beatriz de Bobadilla. Die eigentliche Entdeckungsreise, die Fahrt ins Unbekannte, begann also hier. Die Insel trägt noch heute den Beinamen isla colombina (Kolumbusinsel), und die Kolumbusroute ist eine beliebte Sehenswürdigkeit bei den Besuchern. La Gomera ist von anderen kanarischen Inseln aus leicht zu erreichen und kann besonders gut auf einer Tagestour entdeckt werden, wenn man Urlaub auf Teneriffa macht.

Bergige Landschaft auf La Gomera, auch Isla Colombina (Kolumbusinsel) genannt

Die Kanareninsel La Gomera

Die Entdeckung Amerikas: Welche Insel betrat Kolumbus 1492 als erstes?

Es ist gesichert, dass die Entdeckung Amerikas Kolumbus als erstes auf die Bahamas führte, wo er auf einer Insel an Land ging, die die Einwohner Guanahani nannten. Allerdings ist es umstritten, um welche Insel es sich hierbei genau handelt. Von Guanahani aus entdeckte die Mannschaft viele weitere kleine und schließlich auch die größeren Inseln Kuba und Kiskeya, welche von Kolumbus Hispaniola getauft wurde (heute Haiti und Dominikanische Republik). An vielen unberührten Stränden der Karibik kann man sich noch heute vorstellen, wie dieser erste Kontakt mit der unbekannten Welt ausgesehen haben muss. Erst Kolumbus‘ dritte Reise führte ihn übrigens auf den eigentlichen amerikanischen Kontinent (an die heutige Küste von Venezuela).

Unberührter Strand auf Isla Saona in der Karibik

So sah die Karibik aus, die Kolumbus und seine Mannschaft antrafen

Sevilla: Grabstätte von Christoph Kolumbus

Sevilla wurde nach der Entdeckung zum Tor der Neuen Welt, da die Stadt über das Handelsmonopol mit den Kolonien verfügte. Darum befinden sich hier besonders viele historische Denkmäler mit Bezug zu Kolumbus und der Entdeckung Amerikas, die man auf der Kolumbusroute entdecken kann. Mit seiner Grabstätte ist es allerdings wie mit dem Geburtsort von Christoph Kolumbus: beide sind umstritten.

Nach einer weit verbreiteten Expertenmeinung befanden sich die sterblichen Reste von Kolumbus zunächst in Valladolid (seinem Sterbeort), dann in Sevilla, Santo Domingo (Dominikanische Republik) und Havanna (Kuba), bevor sie 1898 zurück nach Sevilla gebracht wurden, wo sie heute in der Kathedrale begraben liegen. Nach einer anderen Theorie haben sie die Dominikanische Republik jedoch niemals verlassen und befinden sich noch immer in Santo Domingo. Durch eine genetische Analyse haben Forscher beweisen können, dass die Knochen in der Kathedrale von Sevilla tatsächlich von Kolumbus stammen. Allerdings befinden sich hier nur etwa 15 % des Skeletts. Wo sich das restliche Skelett befindet, ist nicht sicher. In Santo Domingo vielleicht? Auf jeden Fall sollte der Besuch der Kathedrale bei einem Aufenthalt in Sevilla auf dem Programm stehen.

Die vermeintliche Grabstätte von Christoph Kolumbus in der Kathedrale von Sevilla, Andalusien

Grabstätte von Christoph Kolumbus

Santo Domingo: hier erfährt du alles über Christoph Kolumbus

Die dominikanische Hauptstadt ist einer der Orte, die am meisten das Erbe des Entdeckers pflegen und die man bei einem Urlaub in der Dominikanischen Republik unbedingt besuchen sollte. Auf Schritt und Tritt stolpert man hier über Museen und Denkmäler zur Entdeckungs- und Kolonialgeschichte, in denen man alle Informationen über Christoph Kolumbus erhalten kann. Vor allem bei einem Spaziergang durch die Zona Colonial der Stadt, die von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde und wo sich unter anderem der Alcázar de Colón befindet, der von Kolumbus‘ Sohn errichtete Palast des damaligen Vizekönigs, kann man sich in die Kolonialzeit zurückversetzt fühlen.

Der Alcázar de Colón in der Zona Colonial der dominikanischen Hauptstadt Santo Domingo

Alcázar de Colón

Die dominikanischen Geschichtsschreiber beharren außerdem darauf, dass die Reste des Admirals sich noch immer in Santo Domingo befinden, und zwar in einem gewaltigen Gebäude, das gleichzeitig als Mausoleum, Leuchtturm und Museum dient, dem Faro a Colón (Kolumbus-Leuchtturm). Die äußere Architektur dieses Kolosses ist vielleicht nicht jedermanns Sache, aber der Besuch ist auf jeden Fall beeindruckend und interessant, vor allem, wenn man glaubt, dass die Reste von Christoph Kolumbus tatsächlich hier begraben sind.

Das Denkmal Faro a Colón für Christoph Kolumbus in Santo Domingo, Dominikanische Republik

Der Kolumbus-Leuchtturm

Cádiz: hier begann Kolumbus‘ zweite Reise

Eigentlich ist es aus historischen Gesichtspunkten ein wenig seltsam, dass die erste Reise von Kolumbus in Huelva startete und nicht in Cádiz, da es der geeignetere Hafen gewesen wäre und Kolumbus einen großen Teil der Vorbereitungen für die Reise im Nachbarort Puerto de Santa María traf, gemeinsam mit Juan de la Cosa, der in die Unternehmung investiert hatte und Kolumbus auf seinen Reisen begleitete. Letzterer zeichnete in Puerto de Santa María auch die erste Weltkarte der Geschichte, auf der Amerika abgebildet ist (diese befindet sich heute allerdings im Schifffahrtsmuseum von Madrid).

In Puerto de Santa María wurde die erste Weltkarte der Geschichte gezeichnet, auf der Amerika abgebildet ist

Wahrscheinlich fiel die Wahl auf Palos de la Frontera, weil jene Stadt bestimmte Verpflichtungen mit der spanischen Krone zu erfüllen hatte. Bei seinen späteren Reisen hatte Kolumbus jedoch freie Wahl und wählte Cádiz für seine zweite und vierte Reise und den nahegelegenen Ort Sanlúcar de Barrameda für die dritte. In Puerto de Santa María, einem schönen Ausflugsort bei einem Urlaub in Cádiz, erinnert noch vieles an den Entdecker Amerikas wie der Kolumbus-Platz oder die Nachbildung der Karavelle „La Niña“. Und selbstverständlich gibt es auch eine Kolumbus-Route entlang der historischen Orte mit Bezug zu dieser historischen Persönlichkeit. 

Mündung des Guadalete in Puerto de Santa María, wo Kolumbus' Reisen geplant wurden

El Puerto de Santa María

War Kolumbus wirklich der Entdecker Amerikas?

Das Wort „Entdeckung“ ist zunächst einmal ein sehr eurozentrischer Begriff. Natürlich war der Kontinent schon lange „entdeckt“ worden, und zwar vor mindestens 12.000 Jahren durch verschiedene Völker Nordostasiens, die nach und nach den gesamten Kontinent besiedelten und die wahren Entdecker Amerikas waren. Von „Entdeckung“ zu sprechen ist daher nicht mehr wirklich zeitgemäß. Aber nicht nur das: Es ist ebenfalls belegt, dass schon andere Europäer vor Kolumbus auf dem Kontinent gewesen sind, allen voran die Wikinger, die den Kontinent bereits im 11. Jahrhundert betraten, was lange Zeit nur eine Hypothese war, mittlerweile aber unter anderem durch archäologische Funde bestätigt wurde. So müsste man auch aus europäischer Sicht eigentlich eher von einer „Wiederentdeckung Amerikas“ sprechen.

Denkmal in Huelva für Christoph Kolumbus, der offiziell als der Entdecker Amerikas gilt

Kolumbus-Denkmal in Huelva

Dennoch meint man auch heute noch, wenn man von der Entdeckung Amerikas spricht, die erste Reise von Christoph Kolumbus in die Karibik, und der 12. Oktober 1492 wird noch immer als offizieller Tag der Entdeckung Amerikas angesehen. Der Begriff hat sich im Sprachgebrauch gehalten, wohl nicht zuletzt aufgrund der gewaltigen Bedeutung des Geschehens. So geriet die historische Leistung der Wikinger im Laufe der Zeit in Vergessenheit. Kolumbus Fahrt hingegen hatte eine unermessliche Auswirkung auf den Lauf der Menschheitsgeschichte.

Die besten Museen in Mexiko-Stadt
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