Weiße Dörfer: Andalusien von seiner malerischsten Seite
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Entdecke die weißen Dörfer Andalusiens in Cádiz...

Entdecke die weißen Dörfer Andalusiens in Cádiz und Málaga

Jede Landschaft hat ihre charakteristischen Farben. Den Südwesten Andalusiens zeichnen seine prallen Farbkontraste aus: üppige Bougainvilleas, immergrüne Orangenbäume, tiefgrüne Pinienwälder und knallgelbe Sonnenblumenfelder, die sich vom strahlend blauen Himmel absetzen… An der „Küste des Lichts“ wirken alle Farben irgendwie noch um einen Ton kräftiger. Gerade darum verleihen weiße Dörfer Andalusien wohl noch mal einen extra Reiz. Die Farbe Weiß erscheint als neutraler Hintergrund besonders attraktiv, um bunte Blumenkübel daran aufzuhängen oder einen Zitronenbaum davor zu pflanzen. Das Auge kommt zur Ruhe und kann sich auf die vielen bunten Farbtupfer konzentrieren, die ihm geboten werden. Aber die weißen Dörfer Andalusiens haben noch viel mehr zu bieten als ihren pittoresken Charme und ihre reizvolle Lage in der Landschaft. Wenn du Urlaub in der Region Cádiz machst, solltest du dir den Besuch des einen oder anderen davon nicht entgehen lassen.

Weiße Dörfer Andalusien: Arcos de la Frontera.

Was macht die weißen Dörfer Andalusiens aus?

Andalusiens weiße Dörfer können auf eine lange Geschichte zurückschauen. Oft befinden sie sich an Standorten, die bereits in der Antike von Phöniziern und Römern besiedelt waren. Deshalb kann man in vielen von ihnen heute archäologische Schätze wie Römerstraßen oder die für die Region typischen römischen Salzfischfabriken entdecken. Ihr heutiges Aussehen erhielten sie jedoch im Mittelalter, zur Zeit der Besetzung durch die Mauren. Auch wenn nicht alle heutigen Bauten aus dieser Zeit stammen, ist es der Architekturstil, der erhalten geblieben ist (was auch die Ähnlichkeit zu den Dörfern in Nordafrika erklärt). Die Mauren bauten verwinkelt und nach innen gerichtet, mit wunderschönen Patios hinter den hohen dicken Mauern. Nach außen schützten sie sich vor der Sonne mit weiß getünchten Fassaden. Traditionell wird hierfür noch heute Kalk verwendet. Was ursprünglich also nur ein praktischer Sonnenschutz war, wurde für heutige Betrachter zum attraktivsten Merkmal dieser Dörfer.

Wo findet man weiße Dörfer in Andalusien?

Andalusien ist groß, es handelt sich um die größte der Autonomen Regionen Spaniens. Und aufgrund der Verbreitung der traditionellen Bauweise mit weiß getünchten Mauern kann man vielerorts weiße Dörfer in Andalusien finden. Wenn man allerdings von den weißen Dörfern Andalusiens spricht, meint man damit vor allem die, die sich im nördlichen Teil der Provinz Cádiz und im nordwestlichen Teil der Provinz Málaga in der Umgebung von Ronda befinden, da die weiße Farbe hier besonders ausgeprägt ist und da sich hier viele Dörfer dicht beieinander befinden. Auch wenn man Urlaub in der Provinz Málaga macht, bietet sich ein Besuch der weißen Dörfer also an. Ein zusätzlicher Reiz besteht darin, dass sich viele der Dörfer in den Naturparks der  Sierra de Grazalema und Los Alcornocales befinden, so dass von ihnen aus auch noch wunderschöne Wanderrouten durch die Provinz Cádiz ausgehen.

Weiße Dörfer Andalusien: Grazalema.

Die Route der weißen Dörfer in Andalusien

Die Route der weißen Dörfer ist eine touristische Route, die von den Fremdenverkehrsämtern in Cádiz und Málaga empfohlen wird. Sie führt entlang an pittoresken Land- und Bergstraßen von einem Ort zum anderen. Die Bezeichnung „weißes Dorf“ ist allerdings keine offizielle Auszeichnung oder Status, für den bestimmte Bedingungen erfüllt werden müssten. Es gibt daher keine offizielle Liste von weißen Dörfern. Manche meinen damit nur die „echten Bergdörfer“ im Norden der Provinz Cádiz, andere zählen auch tiefer gelegene Dörfer wie  Vejer de la Frontera oder Medina Sidonia aufgrund ihrer überragenden Schönheit dazu. Natürlich braucht man auch nicht die gesamte Route zu machen, sondern kann gezielt einige Dörfer ansteuern, die einem am interessantesten erscheinen. Denn praktisch alle Bergdörfer der Region sind sehenswert. Dies sind einige der schönsten Dörfer der Route:

Arcos de la Frontera: eines der schönsten Dörfer Spaniens

Arcos de la Frontera landet immer wieder in den Ranglisten der schönsten Dörfer Spaniens ganz oben. Es wird auch das Tor zur Route der weißen Dörfer genannt und zeichnet sich vor allem durch seine spektakuläre Lage an einem 100 Meter hohen Felshang aus.

Setenil de las Bodegas: Häuser unter Felsen

Das weiße Dorf Setenil de las Bodegas ist besonders für seine beeindruckenden, unter einem Felsüberhang gebauten Häuser bekannt, die der Schwerkraft zu trotzen scheinen.

Grazalema: ein Bergdorf wie aus dem Bilderbuch

Grazalema ist der namensgebende Ort der Sierra de Grazalema und ebenfalls ein toller Ausgangspunkt für Wanderungen in dieser Bergkette. Das Dorf ist nicht nur wunderschön, sondern bietet auch herrliche Ausblicke.

Zahara de la Sierra: ein Denkmal an sich

Zahara de la Sierra ist für sein besonders reiches Kulturerbe bekannt und steht in seiner Gesamtheit unter Denkmalschutz. Es zeichnet sich außerdem durch eine besonders malerische Lage an einem Stausee aus, auf dem man Kajak fahren kann.

Ronda: die weiße Stadt

Ronda müsste man eigentlich eher als „weiße Stadt in Andalusien“ bezeichnen, nicht als weißes Dorf, denn es hat über 30.000 Einwohner. Es handelt sich um eine der meist besuchten Ortschaften der Region und ist vor allem durch seine spektakuläre Lage auf einem rundum steil abfallenden Felsplateau berühmt.

Weiße Dörfer Andalusien: Ronda.

Wann besichtigt man am besten die weißen Dörfer Andalusiens?

Grundsätzlich kann man zu jeder Jahreszeit in Andalusien weiße Dörfer besuchen. Besonders schön ist die Region jedoch im Frühling, wenn durch die winterlichen Regenfälle die gesamte Landschaft erblüht ist und man sattes Grün auf den Feldern und den Berglandschaften sehen kann. Im Sommer erscheint die Landschaft um einiges trockener. Wenn man hitzeempfindlich ist, kann sich der Besuch der weißen Dörfer im Sommer außerdem als zu anstrengend erweisen, da die Temperaturen sich dann insbesondere um die Mittagszeit gelegentlich den 40 °C nähern können. Der Herbst hat den Vorteil, dass man zu dieser Jahreszeit in Andalusien noch baden kann, so dass man den Besuch der weißen Dörfer mit einem Badeurlaub verbinden kann. Und der Winter schließlich hat den Vorteil, dass dann in vielen weißen Dörfern Aktivitäten wie zum Beispiel der Tag der Offenen Türen von Medina Sidonia veranstaltet werden und dass man das für die Region typische Weihnachtsgebäck in den Klöstern der weißen Dörfer kaufen kann.

Erreichbarkeit der weißen Dörfer

Viele weiße Dörfer Andalusiens sind leicht mit dem Mietwagen zu erreichen. Zwar muss man meist Serpentinen fahren, aber die Straßen sind normalerweise in einem hervorragenden Zustand, so dass ein geübter Fahrer da normalerweise keine Schwierigkeiten haben sollte. Etwas schwieriger wird es in den Ortskernen selber, da diese meist sehr hügelig und verwinkelt sind. Darum lässt man das Auto am besten am Ortseingang stehen und erkundet die Dörfer zu Fuß, was durch ihre geringe Ausdehnung kein Problem ist. Und auch wenn man nicht so gut zu Fuß sein sollte, gibt es an vielen Orten Optionen. In Arcos de la Frontera zum Beispiel fährt eine kleine Bimmelbahn vom Fuße des Dorfes bis ganz auf den höchsten Punkt. In Vejer de la Frontera können Scooter für Gehbehinderte gemietet werden. Am besten erkundigt man sich vor dem Besuch beim entsprechenden Fremdenverkehrsamt des Ortes über die Möglichkeiten für Menschen mit Gehbehinderung.


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