Sehenswürdigkeiten in Warschau: entdecke die Hauptstadt Polens

Bei einem Städtetrip nach Warschau kann man eine bunte und vielfältige Stadt entdecken, die unzählige Sehenswürdigkeiten und ein interessantes kulturelles Leben zu bieten hat


Warschau ist als Ziel für einen Städtetrip in Mitteleuropa vielleicht nicht so berühmt wie Prag oder Budapest. Die polnische Hauptstadt steht den anderen Metropolen jedoch in nichts nach und überrascht ihre Besucher mit einer Fülle an Attraktionen, einem vielfältigen kulturellen Angebot und einem bunten und hippen Ambiente. Um alle Sehenswürdigkeiten in Warschau zu entdecken, sollte man sich darum am besten mehr als einen Tag Zeit nehmen. Ideal sind zwei oder sogar drei oder mehr Tage. Wenn man eine Rundreise durch Polen macht, ist Warschau der ideale Ausgangs- bzw. Endpunkt, an dem man ein paar Tage verweilen kann.

Die Warschauer Altstadt (Stare Miasto)

Die Warschauer Altstadt ist seit 1980 Weltkulturerbe der UNESCO und mit Sicherheit eine der beeindruckendsten Sehenswürdigkeiten in Warschau. Und das nicht nur aufgrund ihrer Gebäude selber, sondern vor allem aufgrund der faszinierenden Geschichte ihres Wiederaufbaus. Das Stadtviertel am linken Weichselufer, dessen älteste Gebäude aus dem 13. Jahrhundert stammten, wurde im Zweiten Weltkrieg vollständig von den Deutschen zerstört und das Gebiet vermint. Am einfachsten wäre es gewesen, die Warschauer Altstadt aufzugeben und etwas Neues an ihrer Stelle zu errichten.

Am einfachsten wäre es gewesen, die Warschauer Altstadt aufzugeben und etwas Neues an ihrer Stelle zu errichten

In einer weltweit einzigartigen, historischen Anstrengung ist es jedoch gelungen, die Stadt anhand alter Pläne, Fotos, Zeichnungen und anderer Dokumente genauso wieder aufzubauen, wie sie vor der Zerstörung aussah. Dieser Kraftakt ist es gewesen, der der UNESCO als Kriterium für die Aufnahme in das Weltkulturerbe gedient hat. Dies sind die wichtigsten Sehenswürdigkeiten innerhalb der Warschauer Altstadt:

Die Warschauer Altstadt ist das Zeichen der "Entschlossenheit einer Nation" (laut UNESCO)

Altstädter Marktplatz

Der alte Marktplatz ist heute das Zentrum der Warschauer Altstadt und verfügt über viele gemütliche Restaurants und Cafés. Außerdem steht hier eine der zwei Statuen der Warschauer Seejungfer, die auch auf dem Stadtwappen zu sehen ist. Der Legende nach soll sie zusammen mit ihrem Mann, einem Fischer, die Stadt gegründet haben. 

Warschauer Königsschloss und Schlossplatz

Das Warschauer Königsschloss verfügt in seinem Inneren über wunderschöne Säle und eine beachtliche Gemäldesammlung. Die Ursprünge des Gebäudes gehen bis ins 13. Jahrhundert zurück, es hat über die Jahrhunderte allerdings Stilelemente verschiedener Epochen wie der Renaissance und des Barocks erhalten. Es war eines der letzten Gebäude, das nach der Zerstörung von Warschau wieder aufgebaut wurde. Auf dem Schlossplatz vor dem Schloss steht die berühmte Sigismundsäule  aus dem Jahr 1644. Sie erinnert an Sigismund III., der die Stadt Warschau zur Hauptstadt von Polen erhoben hat und ist eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten in Warschau.

Barbakane und Altstadtmauer

Was eine echte mittelalterliche Stadt ist, hat natürlich auch ihre Festungsanlagen. Im Falle von Warschau ist ein Großteil der mittelalterlichen, aus dem 14. Jahrhundert stammenden Stadtmauer erhalten. Die Barbakane, die früher als Eingang der Stadt diente und heute Warschau-Altstadt von Warschau-Neustadt trennt, stammt allerdings aus dem 16. Jahrhundert. Sie erinnert mit ihrer markanten Form ein wenig an die berühmte Barbakane von Krakau.

Johanneskathedrale

Unter den verschiedenen Kirchen der Altstadt ist vor allem die Johanneskathedrale einen Besuch wert. Es handelt sich um die älteste der Kirchen in Warschau und sie wurde ebenfalls nach dem Krieg vollständig wieder aufgebaut. Viele berühmte und historische Persönlichkeiten Polens sind in der Krypta dieser Kathedrale begraben.

Der Park um den Wilanów-Palast gilt als das "polnische Versailles"

Warschauer Königsweg und Wilanów-Palast

Der Warschauer Königsweg beginnt am Königsschloss und führt an unzähligen Baudenkmälern und Sehenswürdigkeiten vorbei bis zum Wilanów-Palast im gleichnamigen Stadtteil Wilanów. Die Parkanlagen rund um diesen Palast werden auch als das „polnische Versailles“ bezeichnet. Es handelt sich zusammen mit dem Lazienski-Park (siehe unten) um den schönsten Park der Stadt, die sowieso sehr reich an wunderschönen Grünanlagen ist. Es lohnt sich also, ihn direkt anzusteuern. Er liegt im Süden der Stadt und ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln vom Stadtzentrum aus in etwa einer dreiviertel Stunde gut zu erreichen. 

Der Warschauer Königsweg beginnt am Königsschloss und führt an unzähligen Baudenkmälern und Sehenswürdigkeiten vorbei bis zum Wilanów-Palast

Besonders verlockend ist aber natürlich auch die Idee, den Königsweg entlang zu wandern. Die Entfernung beträgt etwa 10 km. Wenn das zu Fuß zu weit sein sollte, ist auch eine Fahrradtour eine schöne Idee. Entlang des Weges kann man immer wieder anhalten, um schöne Aussichten zu genießen und Sehenswürdigkeiten in Warschau wie den Präsidentenpalast, die Universität oder das Hotel Bristol zu entdecken (um nur einige zu nennen).

Der Lazienski-Park: Hier finden an Sonntagen die beliebten Chopin-Konzerte statt

Chopin in Warschau

Nicht wenige besuchen Warschau, um auf den Spuren des großen Komponisten Frédéric Chopin zu wandeln. Dieser wurde in Żelazowa Wola geboren, das etwa eine Stunde vom Stadtzentrum von Warschau entfernt liegt und wo man noch heute sein Geburtshaus besuchen kann. Der Sohn eines Franzosen und einer Polin verbrachte seine Jugend in der polnischen Hauptstadt, die er mit 20 Jahren verließ, um nach Paris umzusiedeln. Vor seinem Tod bestimmte er jedoch, dass sein Herz nach Polen zurückgebracht werden sollte. Dieses ist heute in der Heilig-Kreuz-Basilika bestattet, die aus diesem Grund eine der beliebtesten Attraktionen in Warschau für Musik-Liebhaber ist. 

Das Herz von Chopin ist in der Heilig-Kreuz-Basilika bestattet

Dass Chopin einer der größten Söhne der Stadt ist, merkt man schon bei der Ankunft in Warschau, da der Flughafen nach ihm benannt ist. Über die ganze Stadt verstreut findet man außerdem Hinweise auf den Komponisten, wie zum Beispiel die Multimedia-Bänke, auf die man sich setzen und auf Knopfdruck eine Chopin-Melodie hören kann. Andere Orte, die Chopin-Liebhaber in Warschau unbedingt besuchen sollten, sind unter anderem das Chopin-Museum und der Lazienski-Park, wo sich das Chopin-Denkmal befindet und wo in den Sommermonaten jeden Sonntag Konzerte mit seiner Musik stattfinden. 

Jüdische Kultur in Warschau

Die jüdische Kultur hat lange Zeit eine wichtige Rolle in der Gesellschaft der polnischen Hauptstadt gespielt. Vor dem Zweiten Weltkrieg betrug die jüdische Bevölkerung von Warschau um die 30 % und war die Stadt eines der wichtigsten Zentren für jüdische Kultur in Europa. Zu Ehren dieses kulturellen Erbes gibt es in Warschau das beeindruckende Museum der Geschichte der polnischen Juden, kurz POLIN, in dem 1000 Jahre Geschichte der jüdischen Kultur in Polen in sehr modernen Ausstellungsräumen mit vielen interaktiven Installationen dokumentiert werden. 

1000 Jahre Geschichte der jüdischen Kultur in Polen werden in sehr modernen Ausstellungsräumen mit vielen interaktiven Installationen dokumentiert

Aber es gibt noch viele andere Sehenswürdigkeiten in Warschau, die an die jüdische Vergangenheit der Stadt erinnern, wie zum Beispiel das Ehrenmal und der Rest der Mauer des Warschauer Ghettos, den alten jüdischen Friedhof, das Jüdische Historische Institut oder auch die Nozyk-Synagoge, die einzige Synagoge in Warschau, die den Zweiten Weltkrieg überlebt hat. 

Der Schlossplatz: Ausgangspunkt des Warschauer Königswegs

Andere Sehenswürdigkeiten in Warschau

Um den Städtetrip abzurunden, haben wir hier noch zwei Sehenswürdigkeiten in Warschau aufgelistet, die bei keinem Besuch fehlen dürfen:

Kulturpalast Warschau

Der Kultur- und Wissenschaftspalast ist das bemerkenswerteste Denkmal, das der Kommunismus in Warschau hinterlassen hat. Es war offiziell ein Geschenk der Sowjetunion an das polnische Volk, allerdings war es sicherlich auch als Machtsymbol gedacht. Tatsache ist, dass es sich mit seinen 230 Metern noch immer um das höchste Gebäude Polens handelt und dass seine Räumlichkeiten noch immer für kulturelle und Vergnügungszwecke genutzt werden. Für Touristen besonders interessant ist jedoch die Aussichtsplattform in 114 m Höhe, die eine spektakuläre Aussicht über die gesamte Stadt bietet und darum eine der beliebtesten Sehenswürdigkeiten von Warschau ist.

Nationalmuseum Warschau

Das Nationalmuseum Warschau ist mit seinen vielseitigen Kunstsammlungen von der Antike bis zum 20. Jahrhundert für viele Besucher der Stadt eine echte Überraschung. Über 8.000.000 Stücke beherbergt das größte Museum der Stadt und verfügt zudem über Außenstellen im Königsschloss und im Palast von Wilanów. Wenn man bei seiner Reise nicht über genug Zeit verfügt, um all die vielen Museen in Warschau zu besichtigen, liegt man mit der Entscheidung für dieses Museum auf jeden Fall nicht falsch.