Die beste Reisezeit für Indonesien: Wann ist wo Monsunzeit?
Die beste Reisezeit für Indonesien ist nicht auf allen Inseln gleich. Wenn man die feinen Unterschiede kennt, kann man geschickt eine Reise in der Zwischensaison planen
Indonesien ist ein riesiges faszinierendes Land, das mit seinen brodelnden Vulkanen, üppigen Regenwäldern, paradiesischen Stränden und einer reichen und bunten Kultur so ziemlich alles hat, was das Abenteurerherz begehrt. Aber um alles aus seiner Reise herauszuholen, möchte man natürlich die beste Reisezeit für Indonesien kennen, denn wenn die langersehnte Vulkanwanderung wegen starken Regens abgesagt werden muss, ist das jammerschade.
Ganz so einfach ist es jedoch nicht. Die über 17.000 Inseln des größten Archipels der Welt liegen zwar alle in den Tropen, erstrecken sich jedoch von Ost nach West über 5.100 km und sind in drei verschiedene Zeitzonen aufgeteilt. Da ist es nicht verwunderlich, dass es bedeutende regionale Unterschiede gibt, was das Klima in Indonesien betrifft. Zudem hängt die Wahl nicht zuletzt auch davon ab, welche Aktivitäten du geplant hast und ob du ein Schnäppchen suchst.
Der Vulkan Bromo auf Java
Das Klima in Indonesien
Indonesien hat ein tropisches Monsunklima, das sich durch ganzjährig hohe Temperaturen und eine hohe Luftfeuchtigkeit auszeichnet. Die Jahresdurchschnittstemperatur liegt bei 25-28 °C und die durchschnittliche Höchsttemperatur zwischen 30 und 33 °C, wobei es in den Bergregionen bedeutend kühler ist (mit Tiefsttemperaturen bis zu 10 °C), was man bei Bergwanderungen bedenken sollte.
Jahreszeiten in unserem Sinne gibt es nicht, dafür aber einen Wechsel zwischen Regen- und Trockenzeit, der vom Monsun in Indonesien verursacht wird. Der Monsun ist eine großräumige Luftzirkulation, die konstante Winde in eine bestimmte Richtung erzeugt, die sogenannten Monsunwinde.
Die Winde des Nordwest-Monsuns überqueren das Südchinesische Meer und nehmen dabei große Mengen an Feuchtigkeit auf, die sich über Indonesien abregnet; die Winde des Südost-Monsuns hingegen überqueren das heiße und trockene Australien und bringen trockenere Luft auf den Archipel. Die Windrichtung wechselt zweimal im Jahr, ungefähr im April und Oktober (den Übergangsmonaten), so dass wir generell eine Trockenzeit in Indonesien von Mai bis September und eine Regenzeit von November bis März unterscheiden können.
Eine der "Tausend Inseln" vor der Küste von Jakarta
Die Trockenzeit: die beste Reisezeit für Indonesien
Die Monate Mai bis September gelten generell als die beste Reisezeit für Indonesien. Zu dieser Zeit hat man angenehme Temperaturen, kaum Niederschläge und eine Luftfeuchtigkeit zwischen 55 und 75 %. Es ist die perfekte Zeit für verschiedenste Aktivitäten, sowohl für den Strand als auch für Wanderungen in der Natur und kulturelle Besichtigungen. Was man jedoch bedenken muss, ist, dass es zur Trockenzeit in Indonesien auch voller und teurer ist. Die Monate Juli und August gelten als Hochsaison in Indonesien, und insbesondere im August muss man mit Menschenmassen rechnen, da dann auch in Indonesien Urlaubszeit ist, so dass der Inlandstourismus auf den Auslandstourismus trifft. Wenn man seinen Urlaub also an den Anfang oder das Ende der Trockenzeit legt, hat man gute Chancen, gutes Wetter zu erwischen, während man gleichzeitig die Hochsaison vermeidet.
Yogyakarta bei strahlendem Wetter
Kann man in der Regenzeit in Indonesien Urlaub machen?
Nur weil die Trockenzeit als beste Reisezeit für Indonesien gilt, muss man die Regenzeit nicht unbedingt ausschließen. Die Regenfälle sind meist kurz und heftig und treten vor allem am Nachmittag auf. Die trockenen Stunden kann man perfekt für den Strand und für kulturelle Besichtigungen nutzen, den Regen für Behandlungen im Spa oder für eine Yoga-Stunde unterm Palmendach.
Einzig für Wanderungen in die Natur ist man zu dieser Zeit ein wenig eingeschränkt. Viele Wanderwege können zur Regenzeit zu rutschig sein oder sogar die Gefahr von Erdrutschen bergen. Einige Nationalparks können ganz geschlossen sein. Auf der anderen Seite sind Flüsse und Wasserfälle zu dieser Zeit aber um einiges beeindruckender, da sie viel mehr Wasser führen. Eine Wanderung in Indonesien zur Regenzeit kann also durchaus ein tolles Erlebnis sein, man muss nur die Route richtig auswählen und sie vor allem in die Morgenstunden legen.
Die Regenzeit in Indonesien ist ebenfalls die perfekte Reisezeit für Surfer, da zwischen November und März an den Stränden Indonesiens die besten Wellen entstehen.
Was man bedenken sollte, bevor man einen Urlaub in Indonesien zur Regenzeit plant, ist, ob man die schwüle Luft gut abkann. Die Luftfeuchtigkeit liegt in Indonesien zwischen November und März zwischen 80 und 95 %. Das ist extrem hoch, und nicht jeder kommt gleich mit damit zurecht.
Der Tumpak Sewu-Wasserfall auf Java
Urlaub in Indonesien: beste Reisezeit nach Region
Die beste Zeit, um nach Indonesien zu reisen, hängt ein wenig vom gewählten Urlaubsort ab. Die Regenzeit ist nicht überall gleich heftig und beginnt auch nicht exakt zur selben Zeit. Da der feuchte Monsun vom Nordwesten in den Archipel eindringt, beginnen die Regenfälle auf Sumatra bereits zwischen September und Oktober, erreichen im November Java und Bali und treffen erst weit im Dezember auf Lombok, Sumbawa, Flores und Komodo.
Und während der Monsun weiter nach Osten, in Richtung der Inselgruppe Nusa Tenggara vorrückt, haben die Wolken den größten Teil ihres Wassers bereits über den großen Inseln abgeladen. Infolgedessen verzeichnen Inseln wie Sumba oder Timor nur bis zur Hälfte der jährlichen Niederschlagsmenge von Sumatra oder Borneo.
Im äußersten Nordosten – auf den zentralen Molukken und Papua ist das Klima aufgrund der lokalen Winde und der besonderen Topographie sogar vollkommen umgekehrt: Hier fällt die Regenzeit in den Sommer (von Mai bis September) und die Trockenzeit in den Winter (von Oktober bis April).
Dazu kommen auch noch Unterschiede auf jeder einzelnen Insel, vor allem, wenn diese von höheren Bergketten durchzogen sind. Diese regionalen Besonderheiten zu kennen, kann von Vorteil sein, wenn man eine Reise nach Indonesien in der Zwischensaison buchen möchte. Darum findest du hier eine kleine Übersicht über die beste Reisezeit für die beliebtesten Reiseziele in Indonesien.
Beste Reisezeit für Java und Jakarta
Die Insel Java ist eine der vielfältigsten der Inseln Indonesiens. Hier erwarten dich Naturwunder wie der Vulkan Bromooder der Tumpak Sewu-Wasserfall sowie ein reiches kulturelles Erbe mit unzähligen Tempeln und archäologischen Stätten wie der berühmten Stätte von Borobudur, der größten buddhistischen Tempelanlage der Welt. Zudem befindet sich hier die Hauptstadt Jakarta, ein Pflichtbesuch bei einem Urlaub in Indonesien.
Als beste Reisezeit für Java werden generell die Monate Mai bis September angegeben, was mit der besten Reisezeit für Indonesien im Allgemeinen übereinstimmt. Allerdings beginnen die schweren Regenfälle erst im November, so dass der Oktober noch eine gute Option sein kann. Das Besondere an Java ist allerdings, dass der Osten der Insel um einiges trockener ist als der Westen. Tatsächlich ist es im Westen der Insel das ganze Jahr über ziemlich feucht, und für einen Aufenthalt in Jakarta sollte man die Kernmonate der Regenzeit (von Dezember bis März) vermeiden, da es in dieser Zeit gelegentlich zu richtigen Überschwemmungen kommen kann.
Jakarta
Beste Reisezeit für Bali
Um die herrlichen Strände der Insel Bali zu genießen und ihre sagenhafte Unterwasserwelt zu entdecken, eignen sich am besten die Monate von April bis Oktober. Bali hat aufgrund der geographischen Nähe ein ähnliches Klima wie der Osten von Java, ist jedoch klimatisch eindeutig in zwei Hälften geteilt. Der Norden und Osten der Insel werden von den zentralen Vulkanen geschützt, so dass sie während des Monsuns nur einen Bruchteil der Regenfälle erhalten, die der Süden abbekommt. Man kann also durchaus während der Regenzeit Urlaub auf Bali machen, aber man muss mit Einschränkungen rechnen. Die Sichtweite beim Tauchen ist während der Regenzeit zum Beispiel um einiges geringer als während der Trockenzeit.
Strand auf Bali
Beste Reisezeit für Lombok, Flores und Komodo
Durch ihre Nähe zu Australien trifft der Monsun auf diesen Inseln bereits abgeschwächt ein. Es handelt sich deshalb um eine der trockensten Regionen des Landes, in der die Regenzeit erst spät beginnt (im Dezember) und von kurzer Dauer ist. Dennoch sollte man die Monate Januar bis März eher vermeiden, und zwar, weil der Monsun starke Auswirkungen auf den Zustand des Meeres hat, weshalb Fähren und Ausflugsboote häufig ausfallen. Wenn man die Inseln besucht, um die berühmten Komodo-Warane zu sehen, kann das natürlich sehr ärgerlich sein.
Während als beste Reisezeit für Lombok, Flores und Komodo generell die Zeit von April bis Oktober gilt, sei angemerkt, dass sich die Landschaft von Komodo im April und Mai nach den Regenfällen in einem beeindruckenden leuchtenden Grün präsentiert. Ab August wird die Landschaft brauner und karger.
Nationalpark Komodo
Beste Reisezeit für Sumatra
Sumatra ist die mit Abstand feuchteste Region des Landes. Wenn man hier von „Trockenzeit“ spricht, meint man eigentlich nur, dass es ein bisschen weniger regnet. Das liegt unter anderem daran, dass der Norden der Insel vom indischen Monsun beeinflusst wird, so dass es eigentlich zwei Regenzeiten gibt. Die beste Reisezeit für Sumatra ist von Januar bis März, wenn ein einzigartiges trockenes Zeitfenster im Norden entsteht, und von Juni bis August. Zu vermeiden sind die Monate September bis Dezember, wenn die sintflutartigen Regenfälle ihren Höhepunkt erreichen und Ausflüge in den Dschungel, um die Orang-Utans zu sehen, unmöglich machen.
Orang-Utans auf Sumatra