Sehenswürdigkeiten in Vigo: eine Industrie- und Hafenstadt mit Charme
Die größte Stadt Galiciens ist vor allem für ihren gewaltigen Hafen bekannt. Ihre spektakuläre Lage und fantastische natürliche Umgebung verleihen ihr jedoch einen ganz besonderen Charakter und laden dazu ein, die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Vigo auf dem Weg von einem Aussichtspunkt zum anderen zu entdecken
Der grüne Norden Spaniens hat so manche Perle zu bieten, vom mondänen San Sebastián im Baskenland bis zum weltberühmten Pilgerort Santiago de Compostela in Galicien. Die Stadt Vigo nimmt unter den Städten des Nordens einen besonderen Platz ein, da sie im Laufe ihrer Geschichte einen Kompromiss zwischen der Industrialisierung ihres Hafens – heute einer der größten Fischereihäfen der Welt – und der Bewahrung ihrer traditionellen Architektur und Lebensweise eingehen musste. Das Resultat ist eine Stadt der Kontraste, in der moderne Aufzüge und Rolltreppen den Aufstieg in die hügeligen Stadtviertel erleichtern, und riesige Fabrikschiffe vorbei an alten Fischerhäusern fahren.
Was der Stadt niemand nehmen kann ist ihre spektakuläre Lage an der Ría de Vigo, einer fjordähnlichen Bucht mit paradiesischen Inseln, die man ganz leicht von Land aus besuchen kann. Egal, ob du die Stadt auf einem Tagestrip entdeckst oder ein paar Tage länger in Vigo bleibst, um die Ergebung zu erkunden – dies sind die Sehenswürdigkeiten in Vigo, die du dir nicht entgehen lassen solltest.
Blick auf die Ría de Vigo
Monte do Castro
Für einen der schönsten Ausblicke auf die Stadt und die Ría de Vigo muss man unbedingt den Monte do Castro, den „Berg der Wallburg“ besteigen, so genannt, weil hier die Reste einer alten Wallburg aus der Zeit der Romanisierung Galiciens zu sehen sind. Sie ist von wunderschönen Gärten umgeben und gehört mit Sicherheit zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Vigo, zusammen mit der Festung aus dem 17. Jahrhundert, die sich ebenfalls auf dem Berg befindet. Wenn man gut zu Fuß ist, lohnt es sich, den 149 m hohen Hügel, der sich mitten im Stadtzentrum befindet, zu Fuß zu bezwingen, und immer wieder unterwegs stehenzubleiben, um die Ausblicke zu genießen. Aber man kann sich natürlich auch hochfahren lassen oder öffentliche Verkehrsmittel benutzen.
Monte do Castro
Casco Vello von Vigo: Sehenswürdigkeiten in der Altstadt
Die Altstadt von Vigo ist in einen unteren Teil (Casco Vello) und einen oberen Teil (Casco Vello Alto) aufgeteilt, so dass man sich für ihre Erkundung Zeit nehmen sollte. Der untere Teil besteht aus einem pittoresken Straßengeflecht mit schönen Plätzen wie dem zentralen Plaza de la Constitución oder dem Plaza del Berbés, direkt gegenüber dem Hafen. Zudem befinden sich in der Altstadt einige der wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Vigo wie die Konkathedrale von Santa Maria von Anfang des 19. Jahrhunderts. Zahlreiche Cafés, Terrassen und Bars laden dazu ein, die entspannte, maritime Atmosphäre des Viertels zu genießen.
Der obere Teil der Altstadt lockt mit schönen Aussichtspunkten und ist dank städtebaulicher Maßnahmen in den letzten Jahrzehnten ein farbenfroher Ort mit einem regen kulturellen Leben rund um seinen zentralen Platz, den Plaza del Abanico, geworden. Ganz oben auf dem Hügel des Viertels finden wir zudem die Überreste des alten Castelo de San Sebastián, einer Festung aus dem 17. Jahrhundert.
Ambiente in der Altstadt von Vigo
Porta do Sol, Calle del Príncipe und MARCO
Die Porta do Sol ist ein zentraler, verkehrsberuhigter Platz, der sich genau am Übergang von der Altstadt zur Neustadt befindet. Neben schönen Gebäuden von Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts mit Fassaden im galicischen Jugendstil sieht man auch hier eines der (wenn auch umstrittenen) Wahrzeichen von Vigo: Den „Meermann“ (El Sireno), eine moderne Statue des Künstlers Francisco Leiro, die 1991 auf dem Platz aufgestellt wurde.
Von der Porta do Sol geht die Haupteinkaufsstraße von Vigo ab, die Calle del Príncipe, die ebenfalls als Fußgängerzone angelegt ist und in der sich unzählige Geschäfte aneinanderreihen. Hauptattraktion der Straße ist jedoch das imposante Museum für Zeitgenössische Kunst (MARCO), in das du unbedingt einen Blick werfen solltest, wenn du genügend Zeit mitgebracht hast, da es zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Vigo gehört.
Porta do Sol
Barrio de Bouzas
Das Stadtviertel von Bouzas könnte man in gewisser Weise als „die zweite Altstadt“ von Vigo bezeichnen. Es war ursprünglich ein traditionelles Fischerdorf und wurde erst 1904 an die Stadt angegliedert. Und während der Casco Vello durch den Bau des Hafens seine ursprüngliche Sicht aufs Meer verloren hat, kann man in Bouzas noch direkt aufs Meer blicken. Zwischen den kopfsteingepflasterten Gassen, den zweistöckigen Häusern, den kleinen Booten am Ufer und dem pittoresken Lebensmittelmarkt kann man den maritimen Charme dieses Viertels genießen und am besten in eine der urigen Kavernen einkehren, wo man authentische galicische Küche wie den berühmten Polbo á feira (den „Festtagstintenfisch“) serviert bekommt. Auch die schöne Kirche San Miguel de Bouzas aus dem 15. Jahrhundert und das Museum des Meeres sind einen Besuch wert.
Museum des Meeres in Bouzas
Der Olivenbaum von Vigo
Vigo wird auch als die „Stadt der Oliven“ (ciudad olívica) bezeichnet. Diesen Beinamen verdankt sie zum einen dem Umstand, dass sie in früheren Zeiten von großen Olivenhainen umgeben war. Vor allem bezieht sich der Name jedoch auf ein besonders langlebiges Exemplar, das sich im Vorhof der Stiftskirche der Heiligen Maria (der heutigen Konkathedrale) befand. Als diese Anfang des 19. Jahrhundert abgerissen und neu gebaut wurde, fiel der Olivenbaum dem Umbau zum Opfer, jedoch wurde ein kleiner Ableger gerettet. Dieser steht heute zusammen mit einer kleinen Gedenktafel am Paseo Alfonso XIII. Es ist nicht der einzige Olivenbaum in der Stadt – denn die Bäume gehören generell zu den Attraktionen in Vigo –, er befindet sich jedoch an einem der schönsten Aussichtspunkte mitten im Stadtzentrum, so dass sich ein Spaziergang hierher auf alle Fälle lohnt.
Der uralte Olivenbaum von Vigo
Museum Quiñones de León
Dieses wunderschöne Museum ist in einem alten Herrenhaus (auf Galicisch „Pazo“) aus dem 17. Jahrhundert untergebracht und liegt mitten in einem herrlichen Park, dem Castrelos-Park. Es ist etwas weiter vom Stadtzentrum entfernt, aber die Fahrt lohnt sich, da es zu den unumgänglichen Sehenswürdigkeiten in Vigo gehört. In seinem Inneren können wir uns anhand der alten Möbel, Lampen und Teppiche einen Eindruck davon machen, wie die adligen Familien in Galicien im 17. und 18. Jahrhundert lebten. Zudem können wir eine der besten Sammlungen galicischer Malerei, wertvolle archäologische Fundstücke sowie europäische Gemälde aus dem 17. und 18. Jahrhundert bewundern. Wir dürfen den Pazo jedoch nicht verlassen, ohne durch seine prächtigen Gärten und den kleinen angrenzenden Wald zu streifen, in dem jahrhundertealte Kamelien wachsen.
Das Museum von außen
Hafen und Yachthafen von Vigo
Als einer der größten Fischereihäfen der Welt ist der Hafen eine der interessantesten Attraktionen in Vigo, die einen Einblick in die moderne Industriefischerei bietet. Deshalb werden Führungen durch den gewaltigen Komplex angeboten, bei denen man viel über die Geschichte des Hafens und dessen Bedeutung für die Stadt erfährt. Bei einigen Führungen ist auch der Besuch eines Trawlers mit inbegriffen.
Ein ganz anderes Panorama bietet der nahegelegene Yachthafen, der gemeinsam mit den angrenzenden Parkanlagen der Jardines de As Avenidas zu einem gemütlichen Spaziergang mit maritimem Flair einlädt. Hier befindet sich auch die kuriose Statue von Jules Verne auf einem Kraken sitzend, eine weitere der Sehenswürdigkeiten von Vigo, die an den Besuch des Schriftstellers in der Stadt und ihre Erwähnung in seinem Roman 20.000 Meilen unter dem Meer erinnert.
Yachthafen von Vigo
Alameda-Park
Der Parque de la Alameda ist eine der grünen Lungen der Stadt und ein wunderschöner Ort zum Erholen und Verweilen. Er war der erste Stadtpark in Vigo, der auf Land angelegt wurde, das dem Meer abgetrotzt ist. Heute ist er ein eleganter Ort mitten im Ensanche, einem Viertel mit Geschäften und Restaurants, in dem sich seit Ende des 19. Jahrhunderts die gehobeneren Klassen von Vigo ansiedelten.
Ursprünglich ein bescheidener rechteckiger Garten mit 58 Silberpappeln, ist er heute eine 9.000 Quadratmeter große Anlage voller Bäume, Springbrunnen, Lichtspielen und unzähligen steinernen Statuen, worunter vor allem die vielen Tiere die Aufmerksamkeit auf sich ziehen, die eine Art „Zoo aus Stein“ bilden. Die Pflanzen sind eine schöne Mischung aus einheimischen und exotischeren Arten und bilden fast schon eine Art botanischen Garten, die den Park zu einer der schönsten Sehenswürdigkeiten in Vigo machen.
Statue im Parque de la Alameda
Monte de la Guía: eine der unbekannteren Sehenswürdigkeiten in Vigo
Etwas weiter vom Stadtzentrum entfernt treffen wir auf eines der Viertel der Stadt, das im Gegensatz zum vom Hafen dominierten Zentrum über schöne Promenaden und Strände verfügt, die direkten Blick aufs Meer bieten. Die Rede ist vom Viertel Teis im Norden der Stadt, das neben seiner schönen Strandpromenade mit kleinen Buchten und gemütlichen Strandbars lockt.
Hier befindet sich auch der Monte de la Guía, ein Hügel, auf dessen Gipfel die Kapelle Nuestra Señora de la Guía steht, eine der unbekannteren Sehenswürdigkeiten von Vigo und ein kleiner Geheimtipp. Es handelt sich um einen besonders ruhigen Ort, von dem aus man einen der schönsten Panoramablicke auf die Stadt und die Ría de Vigo erhält.
Die Kapelle aus der Ferne gesehen
Cíes-Inseln
Ein Ausflug auf die Cíes-Inseln ist schlichtweg ein Muss bei einem Aufenthalt in der Stadt, weshalb wir sie hier in die Liste der wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Vigo mit aufnehmen, obwohl sie eigentlich natürlich außerhalb des Stadtgebiets liegen. Vom Ufer aus erscheinen sie nämlich zum Greifen nah und bieten ein unwirklich schönes Naturparadies mit sagenhaften schneeweißen Stränden nur eine halbe bis dreiviertel Stunde Bootsfahrt von der Stadt entfernt. Tatsächlich finden wir hier einige der schönsten Strände in ganz Spanien, an denen man allerdings nur im Hochsommer baden kann, da das Wasser des Atlantiks hier relativ kühl ist. Die Überfahrt lohnt sich aber immer, allein aufgrund der überragenden Naturschönheit der Inseln.
Strand auf den Cíes-Inseln