Kanarische Küche: drei einfache Rezepte zum Tag der Kanaren
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Kanarische Küche: drei einfache und leckere Rezepte zum Tag der Kanaren

Die kanarische Küche ist im Ausland eher unbekannt. Wer aber mal Urlaub auf den kanarischen Inseln gemacht hat, weiß, dass das vollkommen zu Unrecht ist. Kanarisches Essen ist nicht nur extrem lecker und einzigartig, sondern zeichnet sich auch durch seine Einfachheit aus. Viele schmackhafte kanarische Gerichte sind ganz leicht zuzubereiten und können nach der Rückkehr aus dem Kanarenurlaub zuhause nachgekocht werden. Darum haben wir zum Tag der Kanaren, der am 30. Mai gefeiert wird, drei einfache Rezepte für landestypische Gerichte zusammengestellt.

Typisch kanarisches Essen – kanarische Produkte

Die Küche eines Landes wird vor allem durch die Zutaten geprägt, die traditionell angebaut oder auf den alten Handelsrouten importiert wurden. Die kanarische Küche hat viel von den Guanchen, den Ureinwohnern der Kanarischen Inseln, geerbt, wie etwa das berühmte Gofio-Mehl (s. u.). Da die Inseln aber jahrhundertelang als Zwischenstopp auf der Überfahrt zwischen Spanien und Amerika gedient haben, ist auch der Einfluss des spanischen Festlands und vieler lateinamerikanischer Länder wichtig gewesen. Die kanarische Landwirtschaft zeichnet sich ihrerseits durch die Produktion besonders vieler Spezialitäten aus, die es so nirgendwo anders gibt. So sind denn auch nicht wenige kanarische Produkte mit geschützter Ursprungsbezeichnung bei der Europäischen Union eingetragen. Zum Beispiel:

Das Gofio-Mehl

Was ist Gofio? Gofio ist ein Mehl, das aus gerösteten Körnern gemahlen wird, ursprünglich aus Gerste, Weizen oder Hülsenfrüchten, heute aber vor allem aus Mais. Der Vorteil des Gofio-Mehls ist, dass es vor dem Verzehr nicht gebacken oder gekocht werden muss, da die Körner ja schon vor dem Malen geröstet wurden. Heutzutage erhält man Gofio-Mehl auch in deutschen Feinkostläden oder kann es sogar online bestellen.

Kanarischer Käse

Auf den Kanarischen Inseln wird hochwertiger Käse, vor allem Ziegenkäse, produziert, da die Ziege traditionell das meist gezüchtete Vieh war. Besonders berühmt sind Sorten wie der Majorero– Käse aus Fuerteventura, der Queso palmero aus La Palma oder der Queso flor de guía aus Gran Canaria.

Kanarische Küche: Spezialitäten aus einheimischen Produkten.

Kanarische Küche: Rezepte zum Selberkochen

Jetzt aber zur Sache. Mit diesen drei Gerichten, die auch leicht für eine Party zuzubereiten sind, kommt bei dir zuhause garantiert Urlaubsstimmung auf.

Papas con mojo picón – Rezept (Kanarische Kartoffeln mit Mojo-Sauce)

Zubereitung der Kartoffeln:

Dass einem die Kartoffeln genauso gut gelingen wie im Urlaub, ist ein bisschen schwierig, denn idealerweise verwendet man typische kanarische Schrumpelkartoffeln, deren Schale bei der Zubereitung so richtig schön schrumpelig wird. Man kann aber natürlich auch einheimische Kartoffelsorten verwenden, Hauptsache, sie sind relativ klein. Die Kartoffeln werden ungeschält mit wenig Wasser (gerade bedeckt), sehr viel Salz und einer halben Zitrone zum Kochen gebracht. Wenn sie gar sind, wird das Wasser abgegossen und die Kartoffeln über dem Feuer bei schwacher Hitze noch einige Minuten unter rühren gebraten, bis sie schrumpelig sind. Sollten Sie nicht schrumpelig werden, liegt das wahrscheinlich an der Kartoffelsorte. Dann nimmt man sie einfach nach ein paar Minuten vom Feuer.

Zubereitung des Mojo picón:

Beim Mojo picón muss man etwas vorsichtig bei der Zutatenliste sein. „Picón“ bedeutet scharf und die Originalsauce ist denn auch wirklich ziemlich scharf. Nach Belieben kann man jedoch weniger Chilischoten und Knoblauchzehen verwenden. Die Sauce ist dann immer noch sehr lecker (auch wenn ein Kanarier darüber vielleicht die Nase rümpfen mag). Die Zutaten sind folgende:

  • 100 ml Olivenöl
  • Ein Schuss Essig
  • 4-6 Knoblauchzehen
  • 1 Esslöffel Paprikapulver
  • 1-3 Chilischoten
  • ein Teelöffel gemahlener Kümmel
  • Salz
  • Paniermehl (eventuell)
  • Wasser (eventuell)

Traditionell wird die kanarische Mojo-Sauce im Mörser zubereitet, aber man kann auch einen Pürierstab verwenden. Hierbei werden erst Knobloch, Kümmel, (entkernte) Chilischoten und Salz im Mörser (oder mit dem Pürierstab) zerkleinert. Danach wird das Paprikapulver hinzugegeben, sowie ganz langsam nach und nach Essig und Öl eingerührt, bis man eine schöne cremige Sauce hat. Ist die Sauce zu flüssig, kann man Paniermehl hinzufügen, ist sie hingegen zu fest, gibt man ein bisschen Wasser dazu. Der Mojo Picón wird über die Kartoffeln gegossen und am besten in einer Tonschale serviert.

Die kanarische Küche probiert man am besten im Urlaub.

Eines der beliebtesten Gofio-Rezepte: Escaldón de gofio (Brühe mit Gofio)

Dieses Gericht kennt sehr viele Varianten, da man der immer gleichen Basis die verschiedensten Zutaten hinzufügen kann. Die Grundlage besteht darin, Brühe (aus Fleisch, Fisch oder Gemüse) zu kochen und sie nach und nach mit Gofio zu mischen, bis eine lockere Masse entsteht. Hierbei können verschiedene Gewürze oder Kräuter wie Petersilie und Minze hinzugefügt werden. Diese Masse wird dann mit verschiedenen Zutaten kombiniert. Zum Beispiel:

  • geschnittene rote Zwiebeln (besonders typisch)
  • Mojo
  • gebratener Knoblauch mit Paprikapulver und Chili
  • Fleischstückchen oder Speck
  • gekochtes Gemüse

Queso asado con mojo (gebratener oder gebackener kanarischer Ziegenkäse mit Mojo)

Für dieses einfache Gericht brauchen wir einen mittelreifen Ziegenkäse, im Idealfall natürlich kanarischen Käse. Dieser wird in dreieckige Scheiben geschnitten und kann entweder in der Pfanne gebraten und hinterher mit Mojo bestrichen werden, oder aber bereits mit dem Mojo bestrichen in den Backofen gegeben und dort bei 180° etwa 5 min lang gegart werden. Typischerweise wird sowohl der oben beschriebene Mojo picón verwendet als auch der so genannte Mojo verde oder grüner Mojo.

Rezept für grünen Mojo

Zutaten:

  • 250 ml Olivenöl
  • eine Knoblauchzehe
  • ein Bündel Koriander
  • 50 ml Essig
  • ein Esslöffel gemahlener Kümmel
  • eine grüne Chilischote (nach Geschmack)
  • Salz

Auch für den grünen Mojo können wir alternativ den Mörser oder den Pürierstab verwenden. Wird der Mörser verwendet, empfiehlt es sich, die Zutaten, insbesondere den Koriander, vorher sehr fein zu hacken. Und auch hier ist es wichtig, Essig und Öl ganz langsam dazuzugeben.

Die kanarische Küche ist auf allen sieben Inseln hervorragend.

Die berühmteste kanarische Küche: Teneriffa

Alle kanarischen Inseln haben eine hervorragende Gastronomie zu bieten, aber den besten Ruf hat international die Insel Teneriffa. Hier gibt es nicht nur hervorragende Restaurants, sondern auch die typischen Guachinches, Lokale, in denen regionaler Wein ausgeschenkt und dazu typische kanarische Hausmannskost serviert wird. Authentischer geht es nicht. Eine gastronomische Route durch die Dörfer der Insel ist etwas, das nicht zu unterschätzen ist. Wenn man dann noch ein Hotel mit einem exzellenten gastronomischen Angebot gebucht hat, steht einem Foodie-Urlaub nichts mehr im Weg.